Wirtschaftskrieg gegen Europa

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Solingen ( MIT) lud zum zweiten Mal in diesem Jahr ins Auditorium bei Ebbtron ein. Thema waren die Auswirkungen des Wirtschaftskriegs gegen Europa ,insbesondere durch den Ausfall der Gaslieferungen aus Russland. Gäste waren Jürgen Hardt MdB, IHK Präsident Henner Pasch, Andreas Schwarberg, Geschäftsführer der Stadtwerke Solingen und Stefan Simmnacher, Geschäftsführer der MIT NRW.
Bei spannenden Diskussionen über die Energieversorgung und die explodierenden Preise stellte sich heraus, dass diese nicht alleine auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zurückzuführen sind, sondern schon einige Monate vorher abzusehen war aufgrund der ständig steigenden Nachfrage auf dem Weltmarkt. Klar wurde auch, dass die Vorhaben der Bundesregierung zur Abfederung der Kostenexplosion im Energiebereich für den Mittelstand nicht weitreichend genug sind, um die aktuelle Krise und die dadurch anstehenden Umstrukturierungen auf dem Energiesektor zu stemmen. IHK Präsident Henner Pasch bot betroffenen Firmen Hilfestellung an. Stefan Simmnacher berichtete, das Firmen in NRW verschiedene Strategien entwickeln würden, um die Energiekrise zu bewältigen, wobei speziell die Papierindustrie und das Bäckerhandwerk angesprochen wurde.
 
Corona Pandemie, Fachkräftemangel und Bürokratismus sind weitere den Mittelstand stark belastende Probleme.
Jörg Püttbach, Geschäftsführer Firma BIA mahnte an, dass die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen schneller umgesetzt werden müßten, um die Unternehmen zu stützen und so Produktionsauslagerungen ins Ausland zu vermeiden, die ja den Verlust vieler Arbeitsplätze bedeuteten.
Auch unsere sensible Infrastruktur wurde angesprochen. Jürgen Hardt schilderte den Sachstand über die Explosionen an den Nordstream Pipelines und wie schwierig es ist, solche Pipelines und Kabel vor Angriffen zu schützen.
Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen: „ Für mich ist es erschreckend, dass wir uns so abhängig von einzelnen Staaten, nicht nur auf dem Energiesektor bezogen, gemacht haben. In Zukunft sollten wir aus diesen Fehlern lernen und uns breiter aufstellen, um unsere Industrie vor Rohstoffausfällen zu schützen und sie zukunftsfähig zu machen.“

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