Unser Neujahrsempfang auch im zweiten Jahr ein voller Erfolg!

Am Montag, den 10. Februar 2020 fand in den Räumen des Kunstmuseums Solingen in Gräfrath der Neujahrsempfang der CDU Solingen statt. Die Anmeldezahlen ließen schon ein volles Haus erahnen und trotz der Ausläufer des Orkans „Sabine“ waren sehr viele Solingerinnen und Solinger der Einladung gefolgt. Als Einstimmung auf einen launigen Abend gab es die musikalische Eröffnung von Lissy Szakacs.

Im Anschluss begrüßte Sebastian Haug besonders den Referenten Wolfgang Bosbach und alle „Prominenten“ aus Politik, Verwaltung, Verbänden und dem öffentlichen Leben. Bei dem Neujahrsempfang sollten lokale Themen im Vordergrund stehen, allerdings wurden diese durch die Regierungsbildung in Thüringen und dem angekündigten Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer etwas in den Hintergrund gedrängt.

Bewusst kurz fasste sich der Oberbürgermeisterkandidat Carsten Becker und bat um Unterstützung für den Kommunalwahlkampf. Auch er wies darauf hin, dass die Ereignisse niemanden unberührt lassen. Er unterstrich, ebenso wie sein Vorredner Sebastian Haug, dass die Partei sich eindeutig gegenüber dem rechten und linken Spektrum abgrenzt und auch in Zukunft abgrenzen wird. 

Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel begann Wolfgang Bosbach mit seiner launigen Rede. Er bedankte sich herzlich für die Einladung nach Solingen, da er so Gelegenheit hatte „noch einmal im eigenen Bett liegen zu können“. In Bezug auf den Orkan verwies er darauf, dass er 33 Jahre mit „Sabine“ verheiratet ist. Herr Bosbach begrüßte nochmals alle, die nicht namentlich genannt worden sind. Besonders ging er auf die Teilnahme von Vertetern der SPD ein, da es „der SPD nur helfen kann, einem CDU-Mann mal eine Stunde zuzuhören“. 

Wolfgang Bosbach freute sich über das tolle Ambiente im Kunstmuseum und versuchte eine Erklärung zu dem großen Zuhörerkreis „ich guck mir den Burschen mal an“. Er vertrete grundsätzlich Positionen der CDU, aus Überzeugung.

Dann folgte nach seiner Aussage das Kapitel „Opa erzählt vom Krieg“ mit einem Rückblick auf die vergangenen 70 Jahre Parteipolitik, über die Gründung als Volkspartei mit klarem politischem Kompass. Er verwies ebenfalls darauf, dass es keine Gemeinsamkeiten mit Links oder Rechts gebe. Er unterstrich, dass Patriotismus Vaterlandsliebe sei und somit etwas wirklich gutes, anders als „Nationalismus“, der falsch sei. So sei konservativ auch etwas anderes als reaktionär. 

Gregor Gysi gebe oftmals den lustigen Kobold, aber grundsätzlich wollen die Linken immer noch einen anderen Staat. In Bezug auf Thüringen bestehe das Problem, wer dort gewählt werden sollte, den nicht die AFD und die Linken wählen.

Der politische Kompass muss wieder klart ausgerichtet werde. 

Wolfgang Bosbach war überrascht von der Entscheidung von Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie hat den Weg freigemacht und dies verdiene Respekt. Wichtig sei, nicht jetzt schon wieder mögliches „Personal“ im Vorfeld zu kritisieren, sowie über die eigenen Leute nur gut zu sprechen. Bosbach unterstrich, dass gleich welcher Kandidat vorhanden wäre, er seine 110 % Unterstützung hätte. Grundsätzlich ist man Mitglied einer Partei und nicht einer Person, ansonsten könnte man auch eine Bundestagswahl nicht erfolgreich bestreiten. 

In der Bevölkerung gäbe es eine Parteienverdrossenheit und eine Politikerverdrossenheit, aber keine Politikverdrossenheit. Die Skepsis gegenüber Politikern und Parteien sei größer geworden. Nach einer Umfrage gegen 30 % der Bürgerinnen und Bürger an, politisch interessiert zu sein, allerdings sind lediglich ca. 1,8 % in einer Partei politisch aktiv. 

In Bezug auf die Situation Deutschlands bemerkte Bosbach, dass Fröhlichkeit keine Kernkompetenz der Deutschen wäre. Nach außen hat Deutschland einen guten Ruf, nur in Deutschland nicht. „Von Otto dem Großen bis Franz Haug, dies ist das beste Deutschland, was wir je hatten“.

Was aktuell in Thüringen geschieht, könnte ebenso im gesamten Land passieren. 1972 gab es eine Wahlbeteiligung von 92 %, SPD und Union erhielten zusammen 91 % der Stimmen, heute sind SPD und CDU bei 43 %. Die zwei Kernsätze „Wir wissen nicht genau wie es nach der Wahl weitergeht, aber für eine Große Koalition reicht es“ und „die Union wird wohl gewinnen und die SPD wird zweitstärkste Kraft“ stimmen nun nicht mehr. Über 70 Jahre kamen die Kanzler von Seiten der SPD oder CDU, zurzeit verändere sich die Parteienlandschaft in einem atemberaubenden Tempo. Als kleines Schmankerl verwies er auf den Skandal in Frankreich, wo Holland auf einem Moped auf dem Weg zu seiner Freundin abgelichtet worden wäre. Diese Gefahr würde zumindest in Deutschland mit Frau Merkel nicht bestehen „da sind wir safe“.

Deutschland hat eine enorm wichtige wirtschaftliche Stärke. Es gab in 72 Jahren 64 Jahre Wirtschaftswachstum und nur 6 Jahre ein „Minus-Wachstum“, ob das wohl in Zukunft „Plus-Schrumpfung“ heißen würde, lies Bosbach unbeantwortet.

„Wir können uns eine De-Industrialisierung Deutschlands nicht leisten“

2005 habe es vorgezogenen Neuwahlen in Deutschland gegeben, in vielen anderen EU-Ländern geschiehe dies häufiger. Großbritannien hätte z. B. vor 3 ½ Jahren „entdeckt“, dass es eine gemeinsame Grenze mit Irland hat. 11 Monate Verhandlungen stehen der EU noch bevor, und es muss einen Unterschied machen, ob ein Staat Mitglied der EU ist, oder nicht. Über 62 Jahre sei die EU gewachsen, die Welt drum herum hat sich dramatisch verändert. Bei der Gründung der EU hatte Europa ca. 450 Millionen Einwohner, die Welt ca. 2,9 Milliarden. Heute hat Europa immer noch ca. 450 Millionen, die Welt allerdings 7,8 Milliarden Einwohner. 

Dann erinnerte Wolfgang Bosbach an seine Schul- und Kinderzeit. Bei einem Klassentreffen anlässlich der 60-jährigen Einschulung in die Volksschule habe er festgestellt, dass sehr viele alte Männer da waren. Früher habe man nach dem Schulunterricht draußen gespielt, ohne „psychologische Betreuung“ und musste nach Hause, wenn es dunkel wurde. Daran wurde sich dann auch mehr oder weniger gehalten. Er wäre dann meistens so viel zu spät nach Hause gekommen, dass sein Mutter froh gewesen wäre, das „dem Jung nichts passiert ist“.

Es gäbe andere Anforderungen an Arbeitsplätze und man müsse sich darüber im Klaren sein, was Kinder lernen müssen. Die Investition in die Kinder mit Bildung ist sehr wichtig. Wir werden uns ändern und anstrengen müssen, unser „Bodenschatz“ ist Wissen.

Bezüglich der Technisierung und Digitalisierung wies Bosbach darauf hin, dass es ca. 120 Jahre gedauert habe, bis 1 Mrd. Menschen ein Festnetztelefon (damals in schwarz oder beige) hatten. Innerhalb von nur 22 Jahren hatten aber 1 Mrd. Menschen ein Mobiltelefon. „2005 gab es das erste Smartphone, heute gibt es in Deutschland 130 Millionen Mobilfunkverträge. Durchschnittlich griffen Menschen täglich ca. 88 Mal zum Handy, in 2/3 der Fälle ohne Grund. 

4 Unternehmen besitzen ca. 1.000 Milliarden: Apple, Microsoft, Amazon und Google. 

Wohnungsnot bekämpfe man am besten durch den Neubau von Wohnungen – ein guter Tipp für die Zukunft.

Sebastian Haug dankte Wolfgang Bosbach für seinen Vortrag und überreichte ein „süßes Geschenk“ als Dankeschön.  Vor einem weiteren musikalischen Zwischenspiel bat Sebastian Haug dann zum Empfang mit Speis und Trank im Ratssaal. 

Für weitere Informationen:

Nina Ganzer-Hensel, Tel.-Nr.: 0212/64 54 64 0

 

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